Route 66 People – Mit Nick Gerlich auf Entdeckungsreise entlang der alten Route 66 ,Teil 4

1-day4-wayside-moonset

Wieder heißt es früh aufstehen, um noch das gute morgendliche Fotolicht mitzunehmen. Wir sind noch einmal in Grants unterwegs und lichten ein paar alte Motels und deren Schilder ab. Sie liegen alle direkt an der Main Street, man kann sie nacheinander „abklappern“. Über die Geschichte des kleinen Wayside Motels ist uns leider nichts bekannt. Das Gebäude verfällt und ist sicher schon lange verlassen. Ganz verschwunden ist das Los Alamitos Motel, doch das alte Neon hat durchgehalten und kündet noch heute von besseren Zeiten, als sich Grants als die „Uranium Capital of the World“ bezeichnete. Tatsächlich wird im Jahr 1950 in der Nähe des kleinen Städtchens Uran gefunden, die Bevölkerungszahl verzehnfachte sich in kürzester Zeit.

2-day4-sign-grants

Mehr darüber in einem späteren Kapitel. Jetzt wollen wir uns auf den weiteren Verlauf dieses Tages konzentrieren.

Nick hat noch einen weiteren Navigation Arrow auf dem Programm, diesmal in der Nähe von Prewitt, direkt an der Interstate 40. Die knapp 20 Meilen von Grants hierher sind schnell geschafft, das Wetter spielt auch wieder mit, so dass wir auch heute morgen und den ganzen Tag über beste Foto-und Wanderbedingungen haben. Der Prewitt Arrow liegt auf einem kleinen Hügel über dem sich drei große Holzkreuze erheben, deren Bedeutung uns aber nicht bekannt ist.

3-day4-crosses-near-arrow

Der Pfeil aus Beton ist teilweise von einem großen Busch überwuchert, aber die Spitze ist noch sehr gut zu erkennen.

4-day4-arrow

Mehr zu den Navigation Arrows gab es ja schon hier zu lesen:

https://abenteuer66.wordpress.com/2015/10/20/route-66-people-mit-nick-gerlich-auf-entdeckungsreise-entlang-der-alten-route-66-teil-3/

Nach einer guten Viertelstunde stapfen wir durch‘s hohe Gras und einmal mehr querfeldein zurück zu den Autos. Als nächstes gilt es noch ein paar alte Route 66 Abschnitte zu finden, die zwischen der Interstate und den fast parallel verlaufenden Bahngeleisen im hohen Gras fast verschwinden.

5-day4-old-part-near-prewitt6-day4-old-part-near-prewitt2

7-day4-old-part-near-prewitt3

Aber Nick kennt sich aus, er ist nicht zum ersten Mal hier. Dann die hölzernen Reste einer alten Brücke. Derartige Überbleibsel finden sich an den alten, vergessenen Streckenteilen der 66 recht häufig. Brücken in den verschiedensten Phasen des Zerfalls. Diese hier ist mit großen Mengen von Nägeln roh zusammen gezimmert worden. Die Zeit hat sie wieder aus dem Holz getrieben. Sie recken uns ihre verrosteten Köpfe entgegen.

8-day4-near-prewitt59-day4-near-prewitt6

Jetzt geht es zurück auf die Interstate, auf der wir zügig via Gallup zur Grenze nach Arizona gelangen. Die Landschaft verändert sich, rote Felsen links und rechts. Arizona at its best.

10-day4-near-prewitt

Unser nächstes Ziel ist – wie sollte es auch anders sein – eine Brücke! Bei Allentown führt das alte Bauwerk über den Rio Puerco. Von der Straße ist kaum noch etwas zu sehen, die Brücke aber hat standgehalten. Benutzbar ist sie schon lange nicht mehr. Dafür hat man längst direkt daneben einen neue gebaut. Nicht mal Fußgänger lassen sie rüber, wie man am Schild, das wohl auch als Zielscheibe für Schießübungen dient, unschwer erkennen kann.

11-day4-bridge-sanders12-day4-bridge-sanders12a-day4 allentown bridge

Die nächste auf unserer „Brückenliste“ liegt nur ein paar Meilen entfernt und sie ist befahrbar! Die alte Route 66 heißt hier Querino Dirt Road und liegt im Bereich von Houck, dem kleinen Ort im Apache County, der früher einmal den Route 66 Reisenden wegen seines Trading Posts namens Fort Courage bekannt war. Fort Courage steht noch, verfällt aber immer mehr und es sieht nicht so aus, als ob dieser indianische Trading Post jemals wieder zum Leben erwachen wird. Zurück zu unserer Brücke. Sie führt über den Querino Canyon und ist bestens in Schuss. Sie verträgt drei Tonnen und wird auch rege von den „Locals“ genutzt. Die Häuser hier im Indianerland liegen recht weit verstreut, die einheimische Bevölkerung muss daher mobil sein. Das Straßennetz ist „all dirt“ mit Ausnahme der nahen Interstate natürlich. In der Nähe stehen noch ein paar unidentifizierbare Reste eines alten Gemäuers, vielleicht auch ein ehemaliger Trading Post, eine Tankstelle or whatever.

14-day4-bridge-qc13-day4-bridge-qcyn

Ein Stück weiter noch ein Rest der 66, doch wir halten uns hier zurück. Das Schild, das allerdings auch schon bessere Tage gesehen hat, verkündet, dass es sich um Staatsbesitz handelt, und da wollen wir doch nicht …

15-day4-old-part-az16-day4-old-part-az-no-t

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Petrified Forest National Park und der Painted Desert. Die 66 führte einstmals direkt durch den Nationalpark. An der Hauptroute durch den Park nehmen die Besucher nur ein altes Autowrack und einen „Marker“ wahr, der an die Route 66 erinnert. Man muss wissen, dass noch ein ganz schön langes Originalstück der 66 im Park erhalten ist, allerdings kann man es nur mit Genehmigung besichtigen, da es sich im „No Public Access“ Bereich des Parks befindet. Nick hat die Genehmigung besorgt und so steht uns einmal mehr ein langer Fußmarsch bevor. Genauer gesagt vom Parkplatz am Tiponi Point, von dem man einen herrlichen Ausblick auf die „Painted Desert“ genießen kann, bis zum einem Tor an der Parkgrenze.

17-day4-petr-for18-day4-petr-for-gate19-day4-petr-for220-day4-petr-for4

Wir marschieren also die Pinta Road entlang, es ist heiß, es ist ein langer Weg und es gibt eigentlich nur „Gegend“ zu sehen. Es sind gut 2,8 Meilen bis zum Tor, wo es theoretisch weiter geht in Richtung Painted Desert Trading Post. Aber das sparen wir uns, denn mit diesem Trading Post haben wir im Anschluss an die recht schweißtreibende Wanderung über 5,6 Meilen noch eine „Verabredung“. Diese haben wir ja schon im vorigen Beitrag geschildert, da der PDTP als Highlight dieses Tages ein eigenes Kapitel verdient hat.

Deshalb überspringen wir jetzt den Painted Desert Trading Post und machen weiter mit Winslow, Arizona. Unser Tagesziel für heute. Und wir haben uns das La Posada gegönnt. Was für ein wunderschönes Hotel. Man kann es kaum schildern, wir sind einfach nur begeistert. Mitten in Winslow, nur ein paar Schritte von der berühmten „Corner“ entfernt, bietet das La Posada alles, was das Herz oder die müden Füße des Wanderers begehren. In wunderschönem mexikanischen Stil erbaut und ausgestattet, von außen und von innen, ist das Hotel wirklich ein Juwel. Auch hier ist ein Extra-Kapitel angebracht, das später folgen wird. Deshalb hier nur ein paar Fotos.

27-day4-la-posada25-day4-la-posada28-day4-la-posada29-day4-la-posada30-day4-la-posada

Nach einem, wie nicht anders zu erwarten, ausgezeichnetem Abendessen im Turquoise Room des Hotels, geht es noch einmal raus zur „Corner“. Wir wollen noch ein paar Nachtaufnahmen von der kultigen Ecke mitten in Winslow machen. „Standing on the Corner in Winslow, Arizona“ – eine Zeile aus dem Eagles-Hit „Take it easy“ aus den 80er Jahren. Diesem Song und seinem Schöpfer, Jackson Browne, wurde hier ein Denkmal gesetzt, das längst zu einem „Must See“ an der Route 66 geworden ist. Auch darüber gibt es später mehr.

26-day4-winslow-nite-corner

Zurück ins La Posada. Genau das Richtige nach einem anstrengenden Tag unter der Sonne Arizonas.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s