Route 66 People – Mit Nick Gerlich auf Entdeckungsreise entlang der alten Route 66 ,Teil 6

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Da sitzt er auf seinem Stammplatz in der Morgensonne. Reinhard, unser Host in der Canyon Lodge. Ein freundliches „Guten Morgen“, wie immer. Wir versorgen uns im kleinen Frühstücksraum der Lodge, direkt an der Rezeption mit Kaffee, Obst und ein paar Cinnamon Rolls. Viel Platz ist da nicht direkt neben der kleinen Motelrezeption, aber das macht nichts. Wir wollen eh bald los, aber vorher haben wir noch einen Termin mit Frank, der mit uns ein kleines Video drehen möchte, was er ja gestern Abend schon angekündigt hatte. Es geht um das 1st European Route 66 Festival in Deutschland (genauer gesagt im schwäbischen Ofterdingen), das am 15. und 16. Juli 2016 stattfinden wird. Wir machen ein wenig Werbung dafür.

Hier ist das Ergebnis:

Frank hat zu diesem Thema noch ein zweites Video gedreht:

Danach machen wir noch ein paar Fotos vor Franks wunderschön restauriertem Ford Pick-Up, bevor wir den letzten Tag unserer „Deep Route 66“ Erkundung in Angriff nehmen.

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Um diese frühe Stunde ist Seligman noch wie leer gefegt. Gelegenheit noch ein paar Bilder im Licht der Morgensonne zu schießen.

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Kurz hinter der Stadt verlassen wir die Straße und biegen auf einen vermeintlichen Feldweg ab, der aber ein frühes Stück Route 66 ist.

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Kein Schild, nichts weist darauf hin, aber Nick kennt den Abschnitt, genau wie den sogenannten „Hyde Park“, den wir als nächstes aufsuchen. Nun, unter „Hyde Park“ stellt man sich gemeinhin etwas anderes vor, aber dieser Ort trägt tatsächlich diesen Namen. Es ist nichts anderes als ein Resort an der alten Route 66. Tankstelle, Cafe und Cabins, – die übliche Kombination. Nur leider ist fast nichts mehr davon übrig. Am auffälligsten ist noch der alte Swimming Pool, in dem heute bergeweise Müll abgeladen ist. Und drumherum sieht es nicht besser aus. Hier hat niemand aufgeräumt, massenhaft alte Getränkedosen, Metallschrott aller Art, Autoteile, ein alter Wohnwagen. Alles liegt seit Jahren zwischen den Büschen herum. Niemand kümmert sich. Das Gelände ist eingezäunt, man muss über den Stacheldraht. Also sollte es einen Besitzer geben. Aber da dieser kein „No Trespassing“-Schild aufgehängt hat – zumindest haben wir keines gesehen – sind wir halt mal rüber geklettert. Hier wurde Urlaub gemacht in der alten Zeit, Kindergeschrei am Pool, Urlauber, die sich die Sonne Arizonas auf den Bauch scheinen ließen oder Ausflüge in die Umgebung unternahmen.

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Zum Beispiel zu den nahe gelegenen Grand Canyon Caverns. Eine echte Attraktion an der 66. Auch heute noch – und deswegen sind die Caverns unser nächstes Ziel. Bisher kennen wir nur den großen Parkplatz mit seinen automobilen Oldtimern vor dem Motel, Restaurant und Gift Shop direkt an der Straße. Die Höhlen selbst haben wir noch nicht besucht, auch Nick nicht, so dass uns jetzt eine Premiere bevor steht. Vom vorderen Platz bis zur Höhle sind noch ein paar Meter zu fahren. Auch hier stehen ein paar alte Autowracks am Weg, u.a. dieses Feuerwehrfahrzeug.

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Wir parken die Autos vor dem Gift Shop, in dem man alles kaufen kann, was man nicht braucht. Hier treffen wir auch unseren Führer, der uns durch die Höhle begleiten wird. Es geht per Lift rund 70 Meter abwärts. Das Besondere an dieser Höhle ist, dass man in ihr übernachten kann. Ein vollständig eingerichtetes Hotelzimmer erwartet den mutigen Gast, der für das Vergnügen all inclusive (Dinner, Höhlenführung etc.) 800 Dollar für zwei Personen locker machen muss. Mehr zur Geschichte und weitere Details zur Grand Canyon Caverns in einem späteren, gesonderten Kapitel.

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Die Band hatte gerade frei.

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Wir dürfen uns nicht allzu lange aufhalten, da wir noch rechtzeitig in Peach Springs sein wollen, um uns die Möglichkeit zu sichern, ein weiteres Stück der alten Route 66 anschauen zu können. Wir wissen nicht genau, ob das Büro der Hualapai Indian Reservation über Mittag geöffnet hat, also beeilen wir uns, die paar Meilen bis Peach Springs, der „Hauptstadt“ des Hualapai-Stammes, hinter uns zu bringen. Wir benötigen ein Permit, denn dieses alte Alignment der 66 liegt im Indianerland – und das darf man ohne Erlaubnis nicht betreten. Unsere Sorge ist aber unbegründet, das Büro ist geöffnet. Hinter dem Counter sitzt eine freundliche Stammesangehörige der Hualapai und stellt uns die Permits aus. Jeweils eines pro Auto. 16 Dollar und ein paar Cents kosten sie. Damit haben wir für heute die Zutrittsberechtigung, die wir brauchen.

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Wir fahren ein Stück zurück, um an die Zufahrt zur alten Straße zu gelangen. Natürlich ist sie durch ein Tor „gesichert“, das man aber leicht öffnen kann – wenn man darf. Wir dürfen.

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Hinter dem Tor geht‘s links ab und nun befinden wir uns wieder auf der alten, originalen Route 66, die noch gut befahrbar ist, auch wenn die Prärie sich in Form von allerlei Pflanzen und Grasbüscheln breit gemacht hat. Wir passieren eine Brücke, die noch in recht gutem Zustand ist. Auf dem Foto ist im Hintergrund die heutige Historic Route 66 zu sehen.

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Am Ende dieses Dead End Stücks steht ein verrottetes Holzschild, dessen einstige Bedeutung nicht mehr erkennbar ist. Aber es ist ein schönes Beiwerk für ein paar Bilder.

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Wir kehren um, zurück auf den Asphalt. Nicht ohne noch eine Begegnung mit der Indianerpolizei zu haben. Da das Gelände hier ziemlich offen ist, sind unsere Autos von der eigentlichen Straße aus natürlich leicht zu erkennen. Auch wir sehen den Wagen des „Sheriffs“ dort drüben. Genau wie er unsere. Und da wir auf privatem Indianergrund unterwegs sind, folgt natürlich sofort die Kontrolle. Er begrüßt uns sehr freundlich, wir ihn auch, denn wir haben ja unser Permit. Das er auch ganz genau kontrolliert. Er hat nichts auszusetzen, wünscht uns einen schönen Tag und entschwindet wieder. Ohne Permit würden wir wahrscheinlich jetzt noch im örtlichen Jail schmoren 🙂

Wir fahren durch Peach Springs und stehen nicht weit westlich der Stadt wieder vor einem Tor. Auch dieses stellt kein Hindernis da. An diesem westlichen Teil hat Nick ein ganz bestimmtes Objekt im Auge, das wir uns unbedingt ansehen müssen. Wir erreichen es schon nach ein paar Minuten. Es handelt sich um ein banales altes Hinweisschild, das hier am Straßenrand die Jahre überdauert hat.

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„Suttons Court, Williams, Arizona“ steht drauf. Und noch was oben drüber, das wir bis heute nicht entziffern können. Heute ist das ehemalige Suttons Court das Arizona 9 Motel in Williams. Aber das Schild! Das hat es Nick ganz schön angetan, für ihn ein echtes Highlight. Und irgendwie ist es das ja auch. Denn es erzählt eine Geschichte. Es ist DIE Geschichte der Route 66. Und wie die geht, darf sich jeder, der hier vorbei kommt und die Phantasie dazu hat, selbst ausmalen. Am Zaun finden wir noch ein altes Blechschild, zu groß für ein Autokennzeichen. Wer weiß, was das einmal war.

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Wir sind über die Mittagszeit hier, also nicht ideal für‘s Fotografieren. Deshalb ist schnell beschlossen, am späten Nachmittag wieder zu kommen. Vorher steht noch ein Besuch bei Stacy und Allan im Frontier Motel im nahen Truxton auf dem Programm. Die beiden haben über ein Jahr lang versucht, das alte Motel wieder in Schuss zu bringen und in Betrieb zu nehmen. Leider hat sie der Besitzer des Anwesens finanziell im Stich gelassen, so dass sie ihr Vorhaben aufgeben mussten. Sie erzählen uns die Geschichte beim Bier, das wir vorher bei „Gas N Grub“ erstanden haben, auf der kleinen Terrasse des Frontier. In 14 Tagen werden sie weg sein und das alte Motel wieder dem Zahn der Zeit überlassen. Ob es je wieder Gäste beherbergen wird, steht in den Sternen.

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Danach geht‘s zurück zu unserem Schild, das uns jetzt in der Nachmittagssonne mit goldenem Glanz begrüßt. Besser geht‘s kaum.

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Ein Stück weiter treiben wir eine kleine Rinderherde vor uns her, die partout nicht von der Straße weichen will.

 

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Nun wird es langsam Zeit, in Richtung Kingman aufzubrechen, denn dort haben wir noch eine Verabredung zum Abendessen, die wir auf keinen Fall versäumen wollen. Jim Hinckley kann man getrost als Mr. 66 bezeichnen, hat er doch fast alles dokumentiert, was die Mother Road zu bieten hat. In Büchern, Geschichten, Vorträgen, Bildern. Der Mann mit dem Hut, so etwas wie sein Markenzeichen – man sieht ihn wohl nie ohne – erwartet uns schon vor dem „Garlic Clove“, einem sehr guten „Italiener“ in Downtown Kingman.

Wir konnten es uns aber nicht verkneifen, in Kingman vorher noch ein paar Nachtbilder von Neons zu schießen. Das musste sein.

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Klasse war‘s, Jim kennen zu lernen – alle seine Bücher stehen hier bei uns im Regal – sich mit ihm über allerlei Route 66 Themen zu unterhalten. Wir werden ihn sicher wieder sehen, denn er hat fest vor – genau wie Nick – im nächsten Jahr zum European 66 Festival nach Deutschland zu kommen.

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Wir übernachten im Wayfarers Inn, einem Best Western in Kingman. Morgens gibt‘s noch ein gemeinsames Frühstück mit Nick im Hot Rod Cafe, natürlich mit Route 66 Ambiente. Wir besprechen alles Weitere, denn die Tour soll ja nicht nur „For Fun“ gewesen sein. Dann heißt es „Good Bye“ zu sagen, Nick fährt zurück nach Albuquerque und Amarillo und wir steuern unseren Jeep Richtung Westen.

Damit ist unsere einwöchige Erkundungstour durch Texas, New Mexico und Arizona leider schon beendet. Wir hätten noch ewig weiter machen können. Es gibt noch so viel mehr zu sehen und zu erkunden. Und deshalb wird es sicher eine Fortsetzung geben.

Thank you Nick for this Special Route 66 Adventure!

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2 Kommentare zu “Route 66 People – Mit Nick Gerlich auf Entdeckungsreise entlang der alten Route 66 ,Teil 6

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