Joliet – wo sind die Blues Brothers?

Joliet ist, man mag es kaum glauben, die fünftgrößte Stadt in Illinois. Heute zählt die im Jahre 1834 gegründete Ansiedlung südwestlich von Chicago fast 150.000 Einwohner. Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, Straßen, Eisenbahn und Wasserwege tragen zur wirtschaftlichen Bedeutung von Joliet bei. Die Route 66 führt mitten hindurch, genau wie eine andere historische Straße der USA, der Lincoln Highway, der hier den Namen US30 trägt. Dementsprechend ist der Verkehr in Joliet. Auf der 66, die hier SR53 heißt, rollt eine recht ordentliche Blechlawine durch die Stadt. Etwas Geduld beim Überqueren der Straße ist also hilfreich. Bei den beiden Fotos von der Straße haben wir ne Weile auf die Lücke warten müssen.

Und wo sind sie nun? Wo sind die Blues Brothers? Jedenfalls sind sie nicht dort, wo sie eigentlich sein sollten: auf dem Dach der „Rich and Creamy“ Eisdiele, gleich links am Ortseingang. Das geht ja nun gar nicht! „Rich and Creamy“ und der angrenzende „Kicks on 66 Park“ hat immerhin einen schönen Parkplatz, so dass wir die Abwesenheit von Jake und Elwood in Ruhe bestaunen können. Wir beschließen, das aufzuklären und gleichzeitig das Eis auszuprobieren. Die kleine Eisdiele ist geöffnet, was man auf den ersten Blick gar nicht erkennt. Es steht niemand vor dem kleinen Fenster, hinter dem sich der Eisverkäufer verbirgt. Aber Ellen bekommt ihr Eis – und die Auskunft, dass die Blues Brothers „zur Reparatur“ sind und nächste Woche zurück sein sollen, was sich fast vier Wochen später als nicht zutreffend heraus stellt. Die Reparatur hat wohl länger gedauert. Wir wissen auch nicht, ob die beiden Figuren ihren angestammten Platz inzwischen wieder eingenommen haben. Jedenfalls haben wir Fotos von „Rich and Creamy“ OHNE Jake und Elwood auf dem Dach und das ist ja auch mal was Besonderes. Und außerdem werden uns die beiden in Kürze doch noch begegnen.

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Man hat übrigens von dort, also von einer Stelle im „Kicks on 66 Park“ eine recht gute Aussicht auf das Joliet Prison, das im Blues Brothers Film ja auch eine Rolle spielt. Okay, ein bisschen von Büschen und Bäumen beeinträchtigt, aber immerhin.

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Jetzt bitte die Straße überqueren und einen Blick auf „Dicks on 66“ werfen. Eine alte Reparaturwerkstatt. Mit Autos auf dem Dach. In Joliet stellt man scheinbar alles auf die Dächer, Blues Brothers, Abschleppwagen, Autos …

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Der sehenswerte alte Packard mit Alabama-Kennzeichen steht immerhin unten vor dem Haus. Man kann ihn also aus der Nähe anschauen. Der erste US-Oldtimer auf der Strecke. More to come.

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Die 66 führt auf etwas komplizierten Pfaden durch die Stadt, aber wenn man den braunen Schildern folgt, ist das kein Problem. Über die Brücke geht‘s, drunter her fließt der Des Plaines River. Dann rechts auf die „Ottawa“. Die 66 ist hier immer noch der Highway 53, bzw. die Ottawa Street, die dann Jackson Street wird… Kompliziert? Nicht wirklich. Aber so was erlebt man noch oft auf der weiteren Strecke. Auf jeden Fall sollte man im Zentrum von Joliet den Parkplatz vor dem „66 Welcome Center“ nutzen – und auch reingehen natürlich. Da wird man gleich freundlich empfangen, die üblichen Fragen, woher, wohin etc. Guest Book Eintrag und dann einfach mal umschauen. Hier gibt‘s dann auch die ersten Souvenirs. Wer also will, kann schon mal zuschlagen oder sich zumindest Anregungen holen. Elaine, die Leiterin des Welcome Centers, sitzt hinter der Kasse, zumindest war das so, als wir dort waren. Sie wird freundlich und ausführlich alle Fragen beantworten. Inzwischen aber wissen wir, dass sie ihren Job aufgegeben hat (2016). Sehenswert ist das große Mural aus der Hand von Jerry McClanahan, dessen EZ66 Guide spätestens an dieser Stelle dem Kartenmaterial hinzugefügt werden sollte. Schließlich sollt ihr ihn ja im Laufe der Tour noch persönlich besuchen und das Buch signieren lassen. Aber dazu später, wenn wir in Oklahoma angelangt sind.

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Eine weitere Sehenswürdigkeit der Stadt ist das Rialto Theatre an der Van Buren Street, die früher auch mal die 66 war, also so ab 1926 bis 1931, (kompliziert, we know). Aus DEM Jahr (1926) stammt auch das Theatergebäude. Wer ein Herz für Kinos, Schauspielhäuser und Theater hat, sollte da mal anhalten. Und wer zufällig an einem Dienstag um halb zwei vor der Tür steht, kann für 5 Dollar eine geführte Tour durch das Gebäude mitmachen. Aber wer kriegt dieses „Timing“ schon so genau hin 🙂 Wir waren Samstags da, um viertel nach eins …

So, und damit hätten wir Joliet, Illinois geschafft und begeben uns wieder „on the road“, auf die 53, die die 66 ist… Richtung Süden zuerst.
Und die Straße ist immer noch voll…okay, es ist „Wochenend und Sonnenschein“ und halb Illinois ist auf den Rädern. Macht nix, wir sind ja auch wegen einer Straße da.

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