Towanda, Funks Grove, Atlanta – Down the Red Carpet

Alljährlich findet in Illinois zwischen Joliet und Towanda an der Route 66 das Red Carpet Corridor Festival statt. http://www.il66redcarpetcorridor.org/ Wir sind eher zufällig zu dieser Zeit dort. So mancher Oldtimer begegnet uns auf dem Highway, die Gelegenheit, die teilweise super gepflegten Automobile aus vergangenen Zeiten auszufahren, wird natürlich genutzt.

Von Lexington aus führt die Historic 66 weiter nach Südwesten, teilweise direkt neben der Interstate her. Towanda ist unsere nächste Station. Unterwegs herrscht ländliche Idylle, ein weißgestrichener Barn, Felder, Wiesen.

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Kurz vor dem Ort passiert man wieder ein gutes Stück der originalen Trasse der 66, nicht mehr zum Befahren freigegeben, die Ritzen zwischen den alten Betonplatten sind mit Unkraut zugewachsen. Das ist alles so beabsichtigt, man will die Original 66 so weit als möglich erhalten. Deshalb auch die Bank und das Schild: „Get your kicks on Towanda‘s 66“. Einfach mal hinsetzen und die Phantasie laufen lassen… damals, als hier das Chrom der Cadillacs, Studebakers oder Corvettes entlang gesteuert wurde, beladen mit Familien auf dem Weg in die Ferien, Cowboyhüte und Petticoats, Elvis oder Frankieboy im Radio. Irgendwie so, oder so ähnlich.

Und genau dieses Chrom erwartet uns jetzt in Towanda. Der Red Carpet Corridor – you remember. Da stehen sie in langer Reihe gleich gegenüber der Kicks Bar, auf deren Parkplatz wir gleich links zusteuern, denn die chromblitzenden Oldies einschließlich ihrer Besitzer wollen wir uns nicht entgehen lassen. Vom Hot Rod bis zur Rostlaube ist alles vertreten. Die stolzen Eigentümer sitzen auf Campingstühlen neben ihren Schätzen, schwätzen mit jedem, der vorbei kommt. Kühlbox und oder Picknickkorb dürfen nicht fehlen, auch nicht der Sonnenschirm, denn es ist ein Sunshine Day in Illinois heute.

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Schon mal in einem „Bel Air“ gesessen? Wir dürfen, bzw. Ellen darf natürlich, ich muss ja knipsen. Small Talk mit dem Besitzer-Ehepaar inklusive. Das hat doch was. Wir hätten uns noch lange hier aufhalten können, aber wir müssen weiter. Nice meeting you.

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Jetzt noch schnell, oder lieber langsam 🙂 durch die Todeskurve. Dead Man‘s Curve! Sie liegt etwas abseits, an der Jefferson rechts ab, dann gleich wieder links in die Jackson, die dann in einer Linkskurve – das ist die besagte Stelle – in die Quincy übergeht. Da sie in Jerry‘s EZ66 Guide erwähnt wird, nehmen wir sie mal mit. Der kurze Abschnitt ist ein altes 66 Alignment und auch deshalb soll es hier erwähnt werden. Wer und wie viele flotte Automobilisten sich dort um Kopf und Kragen gebracht haben, dürfte dem Vergessen anheim gefallen sein. Aber der Name ist so schön dramatisch. Es gibt im Verlauf der 66 übrigens noch eine „Dead Man‘s Curve“, aber bis dahin sind es noch ein paar Meilen.

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Nächster Stopp am „Historic Route 66 Trail“. Hier kann man zu Fuß auf zwei der vier originalen Route 66 Fahrstreifen entlang wandern und sich Schautafeln, auf denen die acht Route 66 Staaten dargestellt werden, zu Gemüte führen. A nice walk in the sunshine. Die berühmten Burma Shave Schilder fehlen auch nicht.

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Die nächsten Städte sind Normal (heißt wirklich so) und Bloomington. Hier gibt es eigentlich nichts 66-mäßiges zu sehen. Jedenfalls haben wir nix gefunden. Und Jerry erwähnt im Guide auch nur ein paar Dinge, die für den 66 Reisenden nicht unbedingt von Interesse sind. In Normal verläuft die 66 über den Veteran‘s Parkway, das ist der Business Loop der Interstate. Er führt zuerst in südlicher, dann in westlicher Richtung um die Innenstädte von Normal und Bloomington herum. Einfach den Schildern folgen.

Und dann geht‘s wieder auf‘s Land. Immer noch entlang der I-55. In Funks Grove, mitten im Wald gelegen, bekommt man den berühmten Maple Sirup, so man Glück hat und der Laden mal geöffnet ist. Auf der website http://www.funkspuremaplesirup.com/ steht: „Store hours: Open by chance or appointment only“. Nun ja, wer sich unbedingt das süße Zeug aus Funks Grove mitnehmen will, muss also auf seine „Chance“ warten. Wir hatten sie nicht, es war geschlossen. Außerdem ist Ahornsirup auch nicht unbedingt DAS Mitbringsel von der Route 66.

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Dann sollte man doch lieber, BEVOR es links zum Sirup abgeht, am Bahnübergang rechts abbiegen und sich die Reste des alten Walker Shops, der auch mal eine Tankstelle war (bis Ende der 1970er Jahre) und das aus dem benachbarten Ort Shirley hierher verfrachtete alte, ausgediente Train Depot anschauen. Ganz hübsch. Mit benachbarten Getreidesilos. Und wer ganz viel „Deep 66“ machen will, kann genau dort, nämlich am Bahnübergang, ein paar Meter in die andere Richtung fahren und ein altes Stück 66 Alignment im Wald unter die Lupe nehmen. Heute heißt das E550 North Street.

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Wir folgen der 66 weiter nach Südwesten, immer noch begleitet uns die I-55 linker Hand. Nichts besonderes zu sehen im nächsten Ort, McLean. Es sei denn, man hat was für Travel Plazas übrig. Den Dixie Travel Plaza gibt es seit 1928, damals hieß er Dixie Truckers Home. Und das ist er heute noch. Also ein Truckers Home. Alles da, was der Automobilist sich wünscht, egal ob Trucker oder Touri. 66 Souvenirs the lot. Benzin gibt‘s auch. Aber immerhin steht da ein fotogener Wasserturm plus Getreidesilo. Und eine „Stadt“bibliothek, mit Silo natürlich. Die stehen hier scheinbar alle Nase lang herum. Und sie werden uns weiter begleiten, bis nach New Mexico hinein.

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Also auf nach Atlanta! Nee, nicht das in Georgia, sondern das im Logan County in Illinois. Und hier halten wir mal länger. So um die 1500 Einwohner hat das Städtchen. Und eine süße kleine Downtown. Eigentlich führt die 66 ja außen um die Stadt herum, aber wir biegen an der Kreuzung mit der Sycamore Street mal rechts ab. Parken wir doch direkt mal an der Straße gegenüber dem Bunyon Giant. Die Riesenfigur schleppt einen ebenso riesigen Hot Dog mit sich herum und ist natürlich DER Fotostopp in Atlanta – jedenfalls für die meisten. Selfie mit Giant gefällig? Kein Problem, wobei er sicher nicht ganz auf‘s Bild passt. Über die Giants und Muffler Men haben wir ja schon weiter vorne gesprochen, also ersparen wir uns das jetzt.

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Das kleine Zentrum rund um den Giant hat aber Charme, na ja, wie man‘s nimmt. Denn ein paar Meter unterhalb der schmucken Fassaden entlang der SW Arch Street, gleich neben Chubbys Bar & Grill, türmen sich drei riesige …. na was wohl? Richtig! Getreidesilos! Ein schon fast wieder charmanter Gegensatz.

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Schräg gegenüber vom Riesen-Hot Dog kann man im Palms Grill Cafe eine Lunch-Pause einlegen, so man um die Mittagszeit vor Ort ist. Das hübsche Gebäude versteckt um seine Ecke herum ein schönes Mural, das Judy & Sons Groceries auf der gesamten Gebäudelänge anpreist.

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Und wer nicht weiß, wie so ein Mid-Western Grain Elevator funktioniert, hat eventuell an Wochenenden die Möglichkeit, sich das Hawes Grain Elevator Museum, nur ein paar Minuten von „Downtown“ entfernt, anzuschauen. Das Ding ist knallrot angepinselt und nicht zu verfehlen. Aber ob es geöffnet hat… es gehört manchmal auch Glück dazu. Von außen sieht‘s aber auch ganz nett aus.

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Die Flagge weht vor dem Turm der Public Library. Und einen Wasserturm haben sie natürlich auch – einen hübschen, mit gelbem Kopf und Smiley drauf. Take a picture.

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