Weatherford, Clinton – 66 flair all the way

Für Freunde von Ghost Stories: Auf dem nächsten Abschnitt der 66 zwischen Lucille‘s und Weatherford spukt‘s! Wer dort leichtsinnigerweise des Nachts einher fährt, sollte auf einen älteren Herrn mit Buckel achten. Trenchcoat und Bogie Hut. Er geht gerne zu später Stunde den Highway entlang, besonders bei Regen und Nebel. Also nicht erschrecken, wenn die Erscheinung im Scheinwerferlicht auftaucht. Er ist harmlos. Alle Zeugen haben die Begegnung heil überstanden.

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Wir nähern uns Weatherford, einer Stadt mit gut 10.000 Einwohnern. Man kann, so man Zeit und Lust und Interesse hat, gleich zwei Museen besuchen. Das Stafford Air & Space Museum, benannt nach dem amerikanischen Astronauten Thomas P. Stafford, der in den 1960er Jahren zuerst mit Gemini Kapseln und später mit Apollo 10 unterwegs war, zeigt eine interessante Kollektion bestehend aus historischen Flugzeugen und Raumfahrtrelikten. Unter anderem eine der vielen Replicas von Lindberghs Spirit of St. Louis. Man findet es leicht, ein Original F4 Jäger ziert den Platz vor dem Eingang. Wer es etwas friedlicher und weniger technisch mag, begebe sich ins Heartland of America Museum, wo man einen Diner besichtigen kann (in Originalgröße), in dem King Elvis himself dreimal seinen Hunger gestillt hat. Woher man das so genau weiß, bleibt das Geheimnis der hiesigen Okies.

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Entstanden ist die Stadt, wie so manch andere in dieser Gegend, durch den schon erwähnten Oklahoma Land Run – und zwar den dritten seiner Art – im Jahr 1892.
William J. Weatherford und seine Frau sind die ersten, die ihren Claim abstecken und werden so zu den Stadtgründern. Anfangs hatte die Stadt einen ziemlich wilden Ruf, die zahlreichen Saloons tragen, wie auch in anderen Siedlungen zu jener Zeit, dazu bei.
Zu Zeiten der anfänglichen Route 66 hatte sich das aber gelegt, es entsteht eine recht friedliche Gemeinde, die ihre Einkünfte aus landwirtschaftlichen Betrieben bezieht.

Die Route 66 passiert am Ortseingang von Weatherford Lucille‘s Road House. Nicht das klassische Lucille‘s aus Hydro natürlich, sondern die moderne Version. Im Jahr 2006 eröffnet das Roadhouse und wer hungrig ist, sollte hier anhalten. Ein 1950ies Diner und ein Steakhouse versorgen die Reisenden mit dem Finest Food in Oklahoma, wenn man ihrer Website Glauben schenken darf.

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Ab hier heißt die 66 East Main Street, die sich als East Davies Street ins Zentrum fortsetzt.
An der Kreuzung mit der Washington Ave biegen wir links nach Süden ab. Nach 0.8 Meilen treffen wir wieder auf die East Main, auf die wir nach rechts einbiegen. Geradeaus durch die Stadt bis zur 4th Street (Highway 54) – hier links halten. Hinter der Eisenbahn macht die 54/4th einen Bogen nach rechts und dann sind wir auf der North Frontage Road, der wir jetzt parallel zur I-40 folgen. All das ist die Route 66. Weiterhin begleitet uns ein recht dramatischer Himmel, es ist windig, aber es bleibt trocken. Die Lichtverhältnisse ändern sich fast minütlich. Langsam gewinnt das Blau am Himmel die Überhand. Wir befinden uns genau an der Schönwettergrenze oder der Dryline – die nicht so ganz ohne ist, denn genau hier entstehen oft Gewitter und Tornados. Es handelt sich um die Grenze zwischen den feuchten und den trockenen Luftmassen. Man kann das ganz gut an den Bildern erkennen.

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Nach ein paar Meilen hört die Frontage Road auf, jetzt die I-40 überqueren und auf der anderen Seite weiter fahren. Am Exit 71 der Interstate liegt der Cherokee Trading Post. Um ihn zu erreichen müssen wir nochmals die I-40 queren.

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Falls kein Interesse an Indianerschmuck besteht, geht‘s südlich der I-40 weiter und zwar bis zum Exit 69. Dort nochmals über die I-40 und wir sind auf der BL40, die uns direkt nach Clinton bringt. Die Straße heißt jetzt West Gary Boulevard. Clinton‘s Hauptattraktion ist das Route 66 Museum, an dem man automatisch vorbei kommt, wenn man der 66 folgt. Kurz vorher werfen wir noch einen Blick auf das Glancy Motel auf der rechten Seite und den Tornado Dome. Sie haben Humor hier, die Okies …

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Das Museum ist ein absolutes MUSS für Route 66 Interessierte.

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„Encounter the iconic ideas, images and myths of the Mother Road. Learn about the dreams and labor needed to make the road a reality. Experience the dust bowl as thousands streamed along the road, away from drought and despair and towards the “land of promise.” Listen to the sounds of the Big Band Era, when the roar of the big trucks and the welcome home cries to returning soldiers dominated the road. Touch the counter and sit in the booth of the 1950’s diner and feel the open road as America’s families vacationed along the length of Route 66.“

So steht es auf der Website des Route 66 Museums in Clinton, OK. Das Museum hält, was es verspricht. Für fünf Dollar Eintritt kann man in die Geschichte der Route 66 eintauchen. Von der Dust Bowl bis zum Diner – Fotografien, Erinnerungsstücke, Originale aus den unterschiedlichsten Regionen und Epochen der Route 66 – hier ist alles zusammen getragen. Route 66 Autor Michael Wallis erzählt vom Auf-und Niedergang der Straße, die passende Musik in den verschiedenen Ausstellungsräumen schafft echte Route 66 Atmosphäre.

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Gleich neben dem Museumsgebäude steht ein original Valentine‘s Diner, den das Museum im Jahr 2003 erworben hat. Ursprünglich stand der kleine Kasten in Shamrock, Texas. Diese kleinen Diner werden zwischen 1938 und 1972 von der Valentine Manufacturing Company in Wichita, Kansas sozusagen am Fließband hergestellt. Man kann einen für 5000 Dollar kaufen – aus dem Katalog. Und dann sein eigenes Business damit aufmachen. Die kleinen Diner kommen komplett mit Grill, Theke und Bestuhlung und werden an Ort und Stelle montiert. Eine Geschäftsidee von Arthur Valentine, der leider auf dem Höhepunkt des Erfolges seiner Erfindung im Jahr 1954 stirbt. Das Geschäft wird verkauft und noch bis 1972 weiter geführt. Weitere Valentine´s Diner an der 66 finden sich in Winslow, Arizona, sowie in Albuquerque und Edgewood, New Mexico.

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Das Museum in Clinton, untergebracht in einem modernen Bau, mit ebenfalls modern anmutendem Neon, hat den Ruf das beste an der 66 zu sein. Das ist sicher Geschmacksache, auch in anderen Orten, wie Pontiac, Victorville oder Barstow gibt es sehr schöne 66 Museen. Aber wer auf seiner Reise durch Clinton kommt, sollte unbedingt einen Besuch einplanen. Es lohnt sich wirklich.

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Um vom Museum wieder auf die „alte“ 66 zu kommen, biegen wir von der 40 links ab auf die Jaycee Lane ab, der wir bis zur Kreuzung mit der 10th folgen. Dort rechts ab auf die 10th, die gleich darauf zum Neptun Drive wird. Der macht einen weiten Rechtsbogen und wird zur Commerce Road (leicht „bumpy“). Immer gerade aus bis zum Interstate Exit 62, wo wir auf der Old 66 Frontage Road landen.

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Wie‘s weiter geht, sagen wir Euch im nächsten Kapitel.

 

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