Meile für Meile – Zwischenbilanz

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Noch haben wir den Midpoint der Route 66 nicht erreicht. Der liegt in Adrian, und das liegt noch einige Meilen westlich der Grenze Oklahomas zu Texas, wo wir uns jetzt befinden. Acht Staaten durchquert die 66 auf ihrem langen Weg gen Westen, vier davon haben wir passiert und deshalb bietet sich an dieser Stelle eine kleine Zwischenbilanz an.

Man kann die 66 sehr gut in einen östlichen und einen westlichen Abschnitt unterteilen. Den östlichen haben wir hinter uns. Illinois, Missouri, Kansas und Oklahoma. Alles in allem 1054 Meilen, davon 301 in Illinois, 317 in Missouri, ganze 13 in Kansas und 423 in Oklahoma. Dazu kommen einige Umwege und Side Trips, die es wert sind, angeschaut oder befahren zu werden. Die Landschaften sind hübsch, grün, abwechslungsreich. 50 Jahre amerikanischer Geschichte hat uns begleitet. Pulsierende Großstädte wie Chicago, St. Louis oder auch Oklahoma City wechseln sich mit dem Landleben, den Farmen und Ranches der weiten Ebenen in Illinois oder den Rolling Hills von Missouri und Oklahoma ab. Quirlige Kleinstädte wie Pontiac oder Joplin gehören genauso dazu, wie öde, fast verlassene Orte wie Canute oder Texola. Wir haben Bob Russel in Pontiac kennen gelernt, Jerry McClanahan in Chandler, Rich Henry in Staunton, Sue Gast in Baxter Springs oder Harley in Erick.

Man kann sich kaum eine abwechslungsreichere Fahrt durch die Vereinigten Staaten vorstellen, eine Einschätzung, die der nun noch vor uns liegende Teil sicher bestätigen wird.

Als nächstes steht der Texas Panhandle auf dem Programm, die 66 führt in gerader Linie hindurch. New Mexico erwartet uns mit vielen 66 Highlights, genau wie das folgende Arizona, wobei die Route durch Arizona der bekannteste Teil der Strecke ist, gehört sie doch fast zum Standard einer Südwestreise. Sie liegt ja auch so schön „am Weg“, wenn man z.B. zum Grand Canyon will. Die Durchquerung der Mojave Wüste gehört ebenfalls zu den Höhepunkten einer Route 66 Reise. Wie steht es so schön auf dem alten Schild am Hackberry Store: „300 Miles Desert Ahead“. Heutzutage kein Problem mehr, in den Zeiten der automobilistischen Anfänge, der Dust Bowl, oder auch in den 1940-1960er Jahren sieht das ganz anders aus. Die Reparaturwerkstätten entlang der Straße haben viel zu tun, die Vehikel jener Zeiten, vor allem der Vorkriegsjahre, sind defektanfällig. Es gilt, so manche Steigung zu überwinden, La Bajada zum Beispiel oder den Sitgreaves Pass. Die Wüste erfordert den Transport von Wasser für Mensch und Maschine.

Je näher wir unserem Ziel an der Pazifikküste kommen, je betriebsamer wird die Straße. Die Vorstädte von Los Angeles, San Bernardino oder Rancho Cucamonga sind dicht besiedelte, verkehrsreiche Gebiete, die das gemütliche Fahren auf kaum befahrenem Asphalt sehr schnell vergessen lassen. Der 66 durch Los Angeles und seine Outskirts zu folgen, ist ein kleines Abenteuer und erfordert gute Nerven. Wobei es dort eigentlich kaum noch etwas 66-typisches zu sehen gibt. Die moderne Metropole hat die Reste der seligen 66-Zeit überwuchert. Diesen Abschnitt werden wir recht schnell hinter uns bringen. Ziel unserer Reise ist der Santa Monica Pier, mit dem berühmten End of Trail Schild, unter dem sich jeder Route 66 Reisende gerne ablichten lässt. Das ist auch gut so, denn es symbolisiert das Ende einer langen Reise durch die US-Geschichte der letzten 90 Jahre, durch großartige Landschaften, durch Wind und Wetter, und von der Begegnung mit Menschen, deren Lebensinhalt diese alte Straße, die Mother Road, ist und bleibt.

In diesem Sinne setzen wir unsere Reise fort und nehmen mit Texas den fünften Bundesstaat in Angriff. Wir hoffen, dass es Euch bisher gefallen hat und natürlich, dass weiterhin einige interessierte Mitfahrer an Bord sein werden. Let‘s go west!

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