Alanreed, Groom, Conway – The way to Amarillo

Wir verlassen McLean über die BL40, die nach kurzer Zeit auf die 26 trifft. Hier LINKS abbiegen, der 26 nach Süden folgen. Durch die scharfe Linkskurve bis zur Unterführung der Interstate 40. Drunter her fahren und rechts auf die South Frontage Road. Dieser folgen wir gut sechs Meilen bis nach Alanreed. Es ist wichtig, die South Frontage zu nehmen, die auch eines der Original 66 Alignments ist, weil man nur von dort nach Alanreed hinein fahren kann. Kurz vor dem Ort heißt die South Frontage Road 271 auf der wir durch das kleine Städtchen fahren können.

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Es gibt noch eine andere Möglichkeit von McLean nach Alanreed zu fahren. Dazu würden wir der 66, wie sie vor 1932 verlaufen ist, folgen. Heute ist dieser Abschnitt eine Dirt Road, die aber bei gutem Wetter problemlos zu befahren ist.

Dazu nehmen wir in McLean den Hwy 273 nach Süden bis zur County Road BB. Dort rechts abbiegen. Nach vier Meilen macht die BB einen Knick nach Süden. Dem folgen und dann wieder rechts. Immer der BB folgen, die südlich von Alanreed eine 90 Grad Rechtskurve macht und über die Mainstreet in den Ort hinein führt. Es gibt nicht wirklich was zu sehen auf diesem Stück außer „Gegend“. Aber vielleicht trotzdem ganz reizvoll, mal abseits des Asphalts über die Route 66 zu zockeln.

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Ansehenswert ist die Super 66 Tankstelle im Ort. Auch sie zählt zur erklecklichen Anzahl von restaurierten Service Stations, von denen wir schon so einige kennen gelernt haben. Sie stammt aus dem Jahr 1930 und wird von der Texas Historic Route 66 Association in Schuss gehalten. Es ist nichts los in Alanreed, wir sind völlig allein dort.

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Gerade mal 52 Einwohner zählt der Ort heute. Eine offene Tankstelle gibt es noch – Alanreed Travel Center nennt sie sich. Dort kaufen wir unser Frühstück in Form von Sandwiches und Kaffee. Wir sind am Ortsausgang und nehmen wieder die South Frontage, aber nur für drei Meilen, dann müssen wir auf die I-40 wechseln. Dazu am Exit 132 über die Interstate und auf der anderen Seite Richtung Westen auffahren.

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An dieser Stelle verdient die sogenannte „Jericho Gap“ eine kurze Erwähnung. Von Jericho sind heute nur noch der Friedhof und ein paar Ruinen übrig geblieben. Die Route 66 führt vier Jahre lang, zwischen 1927 und 1930 über diesen Abschnitt, der hauptsächlich aus dunklem, bei Nässe schlammigem Boden besteht. Auch heute noch. Die Farmer der Gegend verdienen sich was nebenher, indem sie stecken gebliebene Vehikel aus dem Schlammassel ziehen. Und das passiert häufig an dieser Stelle. Heute liegt die „Jericho Gap“ zum großen Teil auf Privatland, vom Befahren wird eher abgeraten. Man könnte sie über den Exit 124 und den Highway 70 South erreichen.

Zurück zur I-40 auf der wir bis zur oben erwähnten Ausfahrt 124 bleiben. Dort rausfahren, die I-40 überqueren und auf der South Frontage Road, die immer noch bzw. wieder die Route 66 ist, weiter nach Westen. Die Strecke führt durch flaches Farmland, die Getreidesilos werden wieder zum gewohnten Anblick.

Schon von weitem erkennbar, ragt ein schiefer Wasserturm in den Himmel. Ziemlich schief ist das Ding, Britten, U.S.A. steht in großen Lettern drauf. Britten kommt von Ralph Britten, der hier in Groom, über lange Zeit einen Truck Stop betreibt. Britten kauft den ausrangierten Turm, wo wissen wir nicht, und lässt ihn schief neben sein Restaurant stellen. So erreicht er die Aufmerksamkeit des Route 66 Verkehrs und damit Kunden für sein Business. Der Turm hat bis heute überlebt, vom Truck Stop ist nichts mehr übrig.

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Womit wir Groom erreicht hätten. 500 Einwohner zählt das Farmer-Städtchen heute. Dominiert wird die Skyline von riesigen Getreidesilos.

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Und das war‘s auch schon. Nicht ganz. Seit 1995 ragt noch etwas in den Himmel über Groom: Ein riesiges weißes Kreuz ist dort von einem Herrn namens Steve Thomas errichtet worden. Angeblich ist Mr. Thomas nicht begeistert von allerlei ein- bzw. zweideutigen Billboards an der Interstate und will dem etwas entgegensetzen. Das ist ihm zweifellos gelungen. Das Kreuz ist 190 Fuß hoch und übertrifft das Kreuz in Edmond, Oklahoma (ebenfalls an der 66) um fast das Doppelte. Rund 1000 Besucher zählt man in Groom pro Tag am „Cross of Our Lord Jesus Christ“, wie es offiziell heißt. Lebensgroße Kreuzweg-Figuren an seinem Fuß komplettieren das Ensemble.

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Wer das Kreuz besucht hat, fährt danach weiter geradeaus, dann macht die Straße einen Knick nach links. Nach ein paar Metern hat man wieder die 66 erreicht. Rechts ab geht‘s auf die schon bekannte South Frontage Road immer entlang der Interstate. Weit offenes Farmland begleitet uns auch weiterhin, hier und da die unvermeidlichen Getreidesilos, mal gleich an der Straße, mal irgendwo am Horizont.

Zwölf Meilen immer geradeaus, dann weicht die Interstate nach rechts aus. Wir fahren weiter auf der 207, wie die 66 jetzt heißt, hinein nach Conway.

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Eine weitere Fast-Ghost Town. Links ragen zwei riesige Grain Elevators in den Himmel, ein paar Häuser rechts. Eigentlich wär‘s das in Conway. Nicht ganz, wir machen einen kleinen Abstecher zur Bug Ranch. Dazu biegen wir in Conway rechts auf die 207 ab. 800 Meter sind‘s bis zu den Käfern. Parken kann man bequem auf dem Platz vor dem dortigen Motel-Cafe, ein großes Schild ist nicht zu übersehen. Das Motel hat „Weekly Rates“, ist also weniger zum Übernachten geeignet. Warum auch? Drumherum ist das Nichts. Die Tankstelle liegt in Trümmern, Glasscherben und Schrott überall. Das verwitterte Route 66 Budget Fuel Schild mit einem drunter gemalten „Hello“ markiert die Einfahrt zur einstigen Service Station und zum Longhorn Trading Post. Die Wände der Gebäude sind mit Graffiti überzogen, Zombie Antiques, was immer man sich darunter vorstellen möchte, prangt an einer Holzwand.

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Wer hier aussteigt, muss sich vorsichtig den Weg durch die Scherben suchen. Ein Haufen alter Reifen. Totaler Verfall. Niemand kümmert sich drum. Warum sind wir eigentlich hier? Ach ja, die Bug Ranch natürlich. Da sind sie also, fünf Käfer-Karossen in einer Reihe in den Boden gehämmert, besprayed in allen Farben. Was soll das Ganze, wird man sich fragen. Die Antwort liegt nicht allzu weit von hier. Dort werden wir die Cadillac Ranch passieren, zehn Caddies stecken dort in ähnlicher Weise mit der Nase voran im Feld. Aber dazu kommen wir noch. Und hier in Conway, hat ein gewisser Tom Crutchfield quasi eine Parodie auf die Caddies geschaffen. Warum, weiß kein Mensch, aber es interessiert auch niemanden. Sprayer sind, wie auch bei den Cadillacs, welcome. Ein seltsamer Ort, so richtig wohl fühlt man sich hier nicht, anschauen sollte man es sich trotzdem. Gehört irgendwie ja auch dazu.

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Wir fahren zurück auf die 66, biegen rechts ab und folgen der 2161, wie die Straße jetzt heißt.

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Is this the way to Amarillo? hat schon Tony Christie 1971 gefragt. „ Yes it is“. Davon dann mehr im nächsten Abschnitt.

 

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