Amarillo – Steaks, Schmuck, Cadillacs

Die 66 aka 2161 schließt sich nach kurzer Zeit wieder der Interstate an. Sobald die I-40 erreicht wird, nimmt man die nächste Möglichkeit zur Überquerung und fährt nach links auf die North Frontage Road, der wir bis zum Exit 85 folgen.

Hier gibt es einmal mehr zwei Möglichkeiten: Das ältere Alignment führt geradeaus über den Highway 2575. Dieser folgen bis zum Zaun der Flughafens, dort rechts ab auf die Avenue B, die wieder auf die neuere Version der 66 trifft. Die zweite Möglichkeit: Sie führt ab Exit 85 über die BL40 vierspurig zum Amarillo Airport. Das zuerst erwähnte ältere Alignment verläuft quer über das Flughafengelände, aber hat natürlich am Zaun ein Ende.

Amarillo ist eine Großstadt mit 175.000 Einwohnern. Wir werden uns hier auf den Verlauf der 66 durch die Stadt beschränken, vorbei an dem ein oder anderen sehenswerten Relikt. Die Straße ist ausgeschildert, man findet sich also recht leicht zu Recht.

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Die BL40 – 66 – wird zum East Amarillo Boulevard, der uns in die Innenstadt führt. Es gibt einige ehemalige 66 Motels hier, die aber längst geschlossen sind. Einige Schilder zeugen von der alten Zeit. An der Kreuzung mit der 287 linke Spur, über die Fillmore hinweg und links auf die Taylor. Eine Meile in südlicher Richtung, dann rechts auf die 6th Avenue. Diese führt uns durch den Historic Route 66 District, bevor sie zum Bushland Blvd und dann zur 9th Avenue wird. Kurz danach wieder ein Kreuzungs-Knäuel mit Bell Street und Amarillo West. Den nehmen wir (nicht die Bell Street). Das ist dann auch wieder unsere schon bekannte BL40, die uns nach Westen aus der Stadt heraus führt.

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Ach ja, wir wollen uns ja auch noch was ansehen in Amarillo.

Als erstes fällt einem sicher das Big Texan ein. Ursprünglich befindet sich dieses Restaurant am Amarillo Boulevard, wo es seit 1959 hungrige Reisende mit opulenten Steaks versorgt. Als die Interstate kommt, passt man sich dem Verkehr an und zieht zum heutigen Standort um. Man kann über diesen Laden geteilter Meinung sein. Tatsache ist, dass er läuft, wie geschmiert. Jeder fährt hierhin, fast jeder geht rein und vertilgt ein Steak. Oder kauft im Gift Shop ein. Berühmt ist das Big Texan für die Sache mit dem Riesensteak. „72oz“ plus Beilage muss der Mutige innerhalb einer Stunde hinunter würgen, um es nicht bezahlen zu müssen. Das Ganze ist eine Schau für alle Anwesenden. Allerdings schlagen die meisten Versuche fehl. Und so manchem, der es gewagt hat, mag es hinterher ziemlich übel sein. Also, wer es sich anschauen möchte, der fährt vom Amarillo Boulevard kurz hinter dem Flughafen links auf die 335 (North Lakeside Drive) nach Süden. Vor der I-40 rechts auf die Access Road abbiegen und schon ist man da. Leicht zu erkennen am Riesencowboy und an der Riesenkuh. Sie haben dort auch ein Motel, in dem man recht ordentlich übernachten kann.

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Und jetzt besuchen wir Bob Lile in seiner Art Gallery. Adresse an der 66: 2719 SW6th Avenue. Man kommt automatisch dran vorbei, wenn man der 66 Beschilderung durch die Stadt folgt. Bob „Crocodile“ Lile, früher Ford-Händler, hat sich zum Maler und Hersteller von kleinen Schmuckstücken gemausert. Seine Produkte und die anderer Künstler, Autoren und Fotografen, verkauft er in seiner Art Gallery. Seine neueste Idee sind Ohrringe, Ketten und Ringe aus einem ganz besonderen Material. Weiter unten werden wir die Cadillac Ranch erreichen… und genau von dort stammt das Material für die Schmuckstücke. Bob trennt einfach die von Sprayern aufgebrachten Farbschichten aus den Cadillacs heraus, brennt sie in einem Ofen und verarbeitet sie in den entsprechenden Fassungen. Hier seht ihr, wie es geht:

Bob Lile

Über mangelnden Besuch kann er sich nicht beklagen. Seine Name ist unter den „Roadies“ bekannt und jeder schaut rein bei ihm. Zeit für einen Chat hat Bob immer, man muss sich nicht verpflichtet fühlen, etwas zu kaufen. Wer also ein paar Minuten Zeit hat…

These foreigners from Europe, they understand,“ Lile said. „The Americans just haven’t quite got it yet.“ Da ist wohl was Wahres dran.

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Ein paar Blocks weiter auf der rechten Seite lockt das Golden Light Cafe mit seinen Chili-Burgern. Es besteht seit 1946 und soll das älteste Restaurant in Amarillo sein. Seit 2006 gehört das Cafe Angela Corpening: „The Germans love Route 66,“ she said. „We get a lot of Germans.“ Auch das ist unbestritten.

Wild Bill‘s Fillin´Station wurde von Tankstelle zum Diner. Der Name passt ja trotzdem.

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Nicht weit ist es bis zu Dora Meroney‘s Texas Ivy Antiques. Der hübsche Laden ist voll mit allem, was man sich unter „Antiques“ vorstellen kann. Linker Hand, zwischen Tennessee und Maryland Street.

We have: Art Deco, Dish Sets, Antiques, Glass, Retro, Books, Furniture und Route 66 natürlich. „We can talk prices“ steht auf der website. Dora freut sich über jeden Besuch und den üblichen, kleinen Chat, meist wird man auch vor dem Haus fotografisch verewigt.

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Bleiben noch die Cadillacs. Und die gibt es in zweifacher Ausführung in Amarillo. Zuerst die weniger bekannten. Drei Stück stehen in voller Pracht an der Ecke Hope Road and North Frontage Road. Um sie zu sehen, müssen wir die 66 kurz verlassen. Wir waren ja auf dem West Amarillo Blvd, der uns Richtung Westen aus der Stadt hinaus bringt. Kurz bevor wir uns wieder der Interstate nähern, geht rechts die Indian Hill Road ab – das wäre der weitere Verlauf der 66. Wir bleiben aber ein kurzes Stück auf der BL40/Amarillo Blvd und jetzt auch wieder Frontage Road, aber nur bis zur Kreuzung mit der Hope Road. Dort links abbiegen und man steht nach der Brücke über die I-40 schon vor den drei Cadillacs, die man vor dem Amarillo West RV Park auf schrägen Rampen platziert hat. Ein großer gelber Cowboy steht daneben – also nicht zu übersehen.

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An dieser Ecke befindet sich auch ein Schild „Bates Motel – Each Room with Shower and Knives Sharpened“. Der skurrile Humor eines texanischen Multimillionärs namens Stanley Marsh III bricht sich auch hier Bahn. Die Stadt ist voll von solchen Schildern, fast alle in „diamond-shape“, damit sie offizieller aussehen.

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Dieser inzwischen verstorbene Mensch ist auch verantwortlich für die Cadillac Ranch, die wahrscheinlich meist besuchten Caddies der USA. Um dorthin zu gelangen, fahren wir gleich am RV Park links auf die South Frontage Road. Es sind nur ein paar hundert Meter. Die zehn Cadillacs stehen links auf dem Feld. Wenn es trocken ist, kein Problem, wenn es geregnet hat, ist es matschig und die Schnauzen der Autos stehen im Wasser. Sprayer tummeln sich dort in größerer Anzahl, ihre leer gesprühten Dosen werden schlichtweg liegen gelassen. Man findet sie in Mengen rund um die Caddies. Das ganze Ensemble ist zumindest originell und da es „am Weg“ liegt, wird es von den meisten 66 Reisenden mitgenommen.

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Da die original Straße die Indian Hill Road ist, müssen wir das kleine Stück zur Hope Road zurück, wieder über die Brücke, dann nach links bis zur Arnott Street. Hier wieder links und sofort rechts, womit wir uns wieder auf der North Frontage Road befinden, die uns zum nächsten Kapitel bringen wird.

 

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