Tucumcari – Route 66 at its best

Wir wollen dieses Kapitel ausschließlich dieser kleinen Stadt in New Mexico widmen. Tucumcari ist ein Route 66 Juwel. Es gibt kaum einen anderen Ort, an dem die Mother Road noch so lebendig ist.

Wir haben San Jon verlassen und bewegen uns weiterhin parallel zur I-40, diesmal wieder auf der South Frontage Road gen Westen. Nach 21 Meilen, am Exit 335, macht die Straße einen scharfen Knick nach rechts, unterquert die Interstate und führt als BL40 und schließlich als Tucumcari Boulevard in die Stadt hinein.

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Drehen wir die Zeit zurück bis ins Jahr 1901. Wir haben ja unsere kleine Zeitmaschine immer dabei und an manchen Orten entlang der Straße lohnt sich der Sprung in die Vergangenheit. So auch hier in Tucumcari. Six Shooter Siding so wird das kleine Eisenbahncamp zu Anfang der 20. Jahrhunderts genannt. Man könnte es mit „Nebengleis für Revolverhelden“ übersetzen. Auf jeden Fall ist die winzige Siedlung an der Rock Island Railroad Strecke ein Paradies für Spieler, Saloonbesitzer, Outlaws und Dance Hall Girls. Bleihaltige Luft garantiert. Ursprünglich heißt das von fünf „Businessmen“ gegründete Camp Douglas, aber schon ein Jahr später wird daraus Tucumcari. Der Tucumcari Mountain – unübersehbar ragt dieser Tafelberg hinter der Stadt in den Himmel – dient als Namensgeber. Bevor wir uns diesem Namen etwas ausführlicher widmen, noch ein paar Fakten aus der Stadtgeschichte.

1902 erreicht die Eisenbahn das Städtchen, doch hat man mit extremer Wasserknappheit zu kämpfen. Man versucht es mit Bohrungen, die aber nichts bringen. Also wird Wasser aus anderen Siedlungen für damals teures Geld herbei geschafft. Ohne Wasser keine Eisenbahn. Trotzdem eröffnet noch im selben Jahr das erste Hotel in Tucumcari. Zwei Dollar pro Nacht müssen berappt werden – dafür darf man dann im Tucumcari – Waldorf-Astoria logieren. Kein Witz.

Dann kommt die 66 – wir schreiben das Jahr 1926 – die frühen Automobilisten mit ihren knatternden Gefährten erobern die Stadt und bringen den üblichen Aufschwung. In Tucumcari hat man die Zeichen der Zeit früh erkannt. Die geographische Lage begünstigt das Übernachtungsgeschäft. Motels sprießen wie Pilze aus dem Boden. Der Slogan Tucumcari Tonite wird kreiert, auf große Werbetafeln entlang der 66 gemalt und zwar schon in weiter Entfernung vor der Stadt. Noch heute kann man sie auf einer Route 66 Reise bewundern. Etwas moderner zwar, aber genauso fotogen. Und unübersehbar. Tucumcari Tonite wird zum Sinnbild für die Route 66 Übernachtung in der kleinen Stadt. Und sogar zum Titel eines Songs: Tucumcari Tonite – hier die Fassung der Road Crew, der heutigen Kult-Band der Route 66.

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Übrigens: es gibt eine ganze CD mit Songs über Tucumcari. Nicht weniger als 14 Titel befinden sich darauf und alle haben sie mit Tucumcari zu tun. Sie ist für ein paar Dollar in der Tucumcari Chamber of Commerce, 404 Route 66, erhältlich. Songs of Tucumcari

Natürlich hat Tucumcari den Niedergang der Route 66 nicht ohne Blessuren überstanden. Auch hier sind reihenweise Geschäfte und Motels ruiniert worden. Man sieht heute noch einige Zeugen der Vergangenheit in Form von alten Neons, leerstehenden Motels oder Tankstellen. Aber es sind nicht mehr allzu viele davon übrig geblieben. Einiges ist der Abrissbirne zum Opfer gefallen, man hat relativ gründlich aufgeräumt in Tucumcari.

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Aber man hat vieles gerettet, restauriert, instand gesetzt, wieder eröffnet. Man versucht den Neuanfang und es sieht so aus, als ob das gelingt. Es gibt einige Beispiele dafür. Im vorigen Jahr wird das ehemalige Royal Inn Motel, das in ganz frühen Zeiten aus zwei Motelkomplexen unter den Namen Leatherwood Manor und La Plaza Court bekannt war, von einem Ehepaar namens David und Amanda Brener aus Dallas gekauft. Renoviert, und unter dem neuen Namen Roadrunner Lodge öffnet es im Juli vorigen Jahres seine Pforten.

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Ein weiteres Beispiel für den neuen Unternehmergeist in Tucumcari ist das Tee Pee Curios – einer der auffälligsten Souvenirläden an der 66. Heidi und Gar Engman aus Fort Dodge, Iowa übernehmen das Geschäft im Sommer 2013. Das Ganze als Folge ihrer Hochzeitreise, die sie u.a. nach Tucumcari und dort ins benachbarte Blue Swallow Motel führt. „Wir haben uns in die Stadt verliebt“, sagt Heidi. Kurz entschlossen erwerben sie das zum Kauf stehende Tee Pee und freuen sich seither über unzählige Besucher und Kunden aus aller Welt. Gebaut wird das Tee Pee im Jahr 1944. Damals als Gulf Tankstelle inklusive Lebensmittel-und Souvenir Shop. 1959 verschwinden die Zapfsäulen und der Eingang wird als Indianer Tee Pee ausgebaut. Ein Jahr später wird das wunderschöne Neon installiert, das auch heute noch, dank vieler Spenden, die Nacht in Tucumcari erleuchtet. Unbedingt anschauen, nehmt ein Souvenir mit und bestellt liebe Grüße an die beiden.

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Das Blue Swallow! Dafür nehmen wir uns etwas Zeit. Es gibt viele Möglichkeiten in Tucumcari zu nächtigen, aber es gibt nur EIN Blue Swallow. Für uns ist es der Inbegriff eines Route 66 Motels. Und das hat mehrere Gründe.

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Zum einen besticht die Anlage durch ihre Ursprünglichkeit. Das Blue Swallow ist ein echtes „Mom & Pop Business“ aus alten Route 66 Tagen. Die Zimmer sind im Stil der vierziger oder fünfziger Jahre eingerichtet. Man fühlt sich zurück versetzt in diese Zeit. Route 66 Feeling pur. Dazu das wunderschöne und inzwischen berühmte Neon vor dem Office. Ein zweites neu installiertes Neon – Blue Swallow Motor Court – leuchtet dem Besucher im Court entgegen. Ein alter Hudson oder ein Pontiac Chieftain sind stilgerecht und sehr fotogen unter dem Vordach geparkt. Bei Dunkelheit oder im frühen Licht des Morgens ein MUSS für jeden, der eine Kamera dabei hat. Clark Gable, Marilyn Monroe, James Dean in Begleitung ihrer Corvettes und Porsches, Stars der damaligen Zeit, grüßen als Murals von den Wänden des Motelgebäudes. Und Tucumcari Tonite natürlich. Selbst die kleinen, engen Garagen, die sich noch an den Maßen der damaligen Autos orientieren, sind mit Murals geschmückt – wobei so mancher Straßenkreuzer seine Probleme gehabt haben dürfte. Eine Einmaligkeit entlang der Route 66.

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Freunde der Mother Road und Reisende aus aller Welt versammeln sich abends am Grillplatz des Motels oder rücken ihre Stühle vor den Zimmern zusammen und schwelgen in Erinnerungen oder erzählen von ihren „Route 66 Kicks“, denen sie auf ihrer langen Reise zwischen Chicago und Los Angeles begegnet sind.

Zum anderen kümmern sich die Besitzer und Gastgeber des Motels um ihre Gäste. Kevin und Nancy Mueller, ihr Sohn Cameron und dessen Frau Jessica wechseln sich in der Führung des Blue Swallow ab. Sie haben immer ein offenes Ohr für die Wünsche ihrer Gäste, ein freundliches Wort, ein Chat am frühen Morgen, wenn im Office der Kaffee bereit steht. Man fühlt sich wohl im Blue Swallow. Die Muellers kümmern sich aber auch intensiv um die Erhaltung und weitere Restaurierung des Anwesens. Das Neon, Aushängeschild des Motels, wird in seiner ganzen Pracht erhalten und, wenn nötig, mit neuen Röhren repariert. Erst kürzlich wurde der grüne Zweig im Schnabel der Schwalbe hinzu gefügt. Und wie die Schwalbe, kehren die Gäste, die das Blue Swallow erlebt haben, immer wieder zurück. Auch wir tun das, wann immer es möglich ist.

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Das Motel hat eine lange Route 66 Geschichte, die im Jahre 1939 beginnt. Das Ehepaar Huggins kauft das Grundstück in jenem Jahr und eröffnet im Jahr darauf den Blue Swallow Court. Zehn Zimmer und ein Café. Die Gebäude sind im Stil des mexikanischen Südwestens gehalten und erinnern ein wenig an Adobe-Bauten. Zumindest, was Farbgebung und Wandverkleidung angeht. Der nächste Besitzer, Ted Jones, ergänzt das Anwesen um zwei weitere Zimmer plus Garagen. Diese Garagen sind das Markenzeichen von Motor Courts.

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Ted Jones und seine Frau führen das Motel bis zu ihrem Tod in den späten 1950er Jahren. 1958 erwerben Lillian Redman und ihr Mann das Anwesen. Unter ihrer Regie wird das Blue Swallow Motel, wie es jetzt heißt, endgültig zur Legende, ebenso wie Lillian Redman selbst. Für sie steht der Gast an erster Stelle. Selbst wenn er kein oder nicht genug Geld für die Übernachtung hat, wird ihm nicht die Tür gewiesen. Wie oft haben sich Gäste hier für ein „Thank you so much“ von ihrer weiten Reise ausruhen dürfen.
Lillian Redman ist eine gläubige Frau. Sie legt in jedem Raum eine „Benediction“ aus, einen Segen für die Reisenden:

Greetings Traveler:
 In ancient times, there was a prayer for “The Stranger Within our Gates.” Because this motel is a human institution to serve people, and not solely a money-making organization, we hope that God will grant you peace and rest while you are under our roof. May this room and motel be your “second” home. May those you love be near you in thoughts and dreams. Even though we may not get to know you, we hope that you will be as comfortable and happy as if you were in your own house.
May the business that brought you this way prosper. May every call you make and every message you receive add to your joy. When you leave, may your journey be safe.
We are all travelers. From “birth till death,” we travel between the eternities. May these days be pleasant for you, profitable for society, helpful for those you meet, and a joy to those you know and love best.
Sincerely yours,  Lillian Redman (owner of the Blue Swallow Motel from 1958-1998)

Noch heute ist eine gedruckte Version davon in jedem Raum zu finden.

Gegen Ende der 1960er Jahre wird die Interstate fertig. Die I-40 saugt den Verkehr weg von der gemütlichen Route 66 auf ihre schnelle Vierspurigkeit. Das bekommen die Betriebe an der 66 zu spüren. Viele müssen, wie schon oft erwähnt, ihre Pforten schließen. Motels, Tankstellen, Restaurants. Lillian Redman: “When Route 66 was closed to the majority of traffic and the other highway came in, I felt just like I had lost an old friend.  But some of us stuck it out and are still here on Route 66.

Aber Lillian bleibt. Das Blue Swallow überlebt. Nach über 40 Jahren gibt sie das Zepter im Jahr 1998 an ihre Nachfolger weiter. Die neuen Besitzer, Dale und Hilda Bakke, führen die Tradition fort, restaurieren die Elektrik und das Neon. In jedes Zimmer stellen sie ein Telefon aus dem Jahr 1939 – mit Wählscheibe natürlich.

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Acht Jahre später kaufen Bill und Terri Kinder das Motel, das sie aber schon im Jahr 2011 an Kevin und Nancy Mueller übergeben, die die Tradition des Blue Swallow in so großartiger Weise weiter führen.

Das Motel wird vom Smithsonian Magazin als das „last, best and friendliest of the old-time motels“ bezeichnet. Mit Recht. An der gesamten Route 66 gibt es nichts Vergleichbares. Das Blue Swallow ist ein „Crown Juwel“ der Route 66 Geschichte und das bis heute und hoffentlich noch über viele Jahre. Und den Platz im National Register of Historic Places, den es seit 1993 innehat, hat es sich wahrlich verdient.

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Wer Glück hat, bekommt Zimmer Nummer 6, das ist die „Lillian Redman Suite“ – komplett mit Antik-Badewanne, Bademantel und Weinflasche. Und natürlich gibt es jede Menge Blue Swallow Souvenirs zu kaufen.

Reisender, kommst Du nach Tucumcari“ – wir dürfen das Schiller-Zitat ein wenig abwandeln – „dann halte an, am Blue Swallow.“ Auch wenn das „No Vacancy“ Schild leuchtet, Ihr seid immer willkommen, einen kleinen Rundgang über den Courtyard zu machen und das Blue Swallow mit der Kamera zumindest von außen zu erforschen.

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Es gibt noch mehr zu sehen in Tucumcari. Sehr viel mehr. Aber bevor wir uns die vielen Route 66 Icons näher anschauen, noch diese Geschichte:
Tucumcari – eigentlich ein seltsamer Name. Dass er indianischen Ursprungs ist, liegt nahe. Denn da gibt es ja noch die Legende von Tucumcari. Und die geht so:

Der alte Apachen Häuptling Watonomah hat dereinst, gegen Ende seines Lebens, ein Problem. Wer soll ihm als Stammesoberhaupt nachfolgen, fragt er sich. Es gibt zwar zwei Kandidaten – der eine heißt Tonopah, der andere Tocom – aber die beiden sind sich spinnefeind und – das macht die Sache delikat – buhlen um die Gunst Kari‘s, der Tochter des großen Häuptlings. Wenn es nach Töchterlein Kari geht, wird es Tocom, denn den liebt sie, Tonopah dagegen kann sie gar nicht leiden. Was tut man als weiser Apachenhäuptling in so einer misslichen Lage? Man ruft die Kontrahenten zusammen und verdonnert sie zu einem Zweikampf auf Leben und Tod. Schauplatz soll der große Berg sein, den wir heute als Tucumcari Mountain kennen. Der Sieger darf sich gleich zwei mal freuen, soll er doch Häuptling werden und oben drauf auch noch Kari in sein Zelt führen dürfen. „Hugh, ich habe gesprochen“ wird er wohl am Ende seiner Ausführungen von sich gegeben haben. Jedenfalls, wenn Karl May die Geschichte erfunden hätte. Hat er aber nicht.

Also treffen sich Tonopah und Tocom mit langen Messern bewaffnet oben auf dem Tafelberg. Machen wir‘s kurz – der Fight soll lange gedauert haben – Tocom hat Pech, Tonopah‘s Dolch findet den Weg in sein tapferes Indianerherz. Tochter Kari hat das ganze natürlich mit Spannung beobachtet, sie stürmt aus ihrem Versteck, ihr Messer blitzt in der Sonne und sie erdolcht den Sieger Tonopah an Ort und Stelle. Nix is mit Häuptling werden. Nicht genug damit, sie ersticht sich gleich noch selbst. Der große Häuptling erscheint auf der Szene, erfasst das ganze Malheur, ergreift seinen eigenen Dolch und rammt ihn sich ins eigene, ob der Tragik gebrochene Herz. Seine letzten Worte: „Tocom – Kari“. Und nun wissen wir, wie Berg und Stadt zu ihrem Namen gekommen sind.
Tja, wer‘s glaubt. Denn es geht die Sage, dass diese Geschichte von ein paar cleveren Bewohnern der Stadt erfunden wurde. Einer davon heißt Lynn Moncus, ein Mitglied der fast schon berühmten Moncus-Siedler Familie, und Besitzer eines Drugstore. Dort trifft er sich regelmäßig mit einigen Mitgliedern der örtlichen Chamber of Commerce, um Ideen zu entwickeln, wie man die Stadt voran bringen könnte. Man beschließt auf dem Berg ein Indianerdorf mit diversen Tee Pees zu errichten, um die Aufmerksamkeit auf die Gegend zu lenken. Gesagt, getan. 40 Meilen weit sind die Zelte zu sehen. Und so ein Indianerdorf braucht eine Geschichte, eine Legende, das wirkt dann alles überzeugender denkt man sich. Also fängt einer an, erfindet den großen Häuptling, der nächste erfindet die Tochter und und und… schon haben wir „The Legend of Tucumcari“. Siehe oben.

In Wirklichkeit geht der Name wohl auf ein Wort aus der Komantschen-Sprache zurück. Aber auch da ist man sich nicht so ganz einig. Denn es gibt noch eine zweite Legende, aber die ersparen wir Euch, weil sie nicht so schön blutrünstig ist.

Wie auch immer, macht Euch Eure eigenen Gedanken zu „Tucumcari“.

Ach so, wir wollen uns ja noch in Tucumcari umsehen. Wo soll man da anfangen? Route 66 all over the place. Wer die Main Street auf und ab fährt, kann alle paar Meter stehen bleiben, um sich all diese Icons anzusehen.

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Ein paar sind schon verschwunden, wie z.B. das schöne Neon des Pony Soldier Motels, das erst kürzlich abgerissen worden ist. Ein Bild davon haben wir aber.

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Motels und Neons: Das Apache Motel, das Palomino mit schönem Neon, das Safari, das Americana, ebenfalls mit Neon, das Buckaroo, außer Betrieb, aber schönes Schild. Die Redwood Lodge mit ollem Straßenkreuzer unterm Schild.

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Schließlich das Paradise Motel etwas außerhalb. Und DAS hat wieder so eine Geschichte:
Mögt ihr Geister? Vielleicht gibt‘s hier einen. Auf jeden Fall mag der Geist Musik. Wenn man zum Office-Eingang des Motels geht, hört man sie. Musik, ganz leise. Ein Radio? Wir haben eine dunkle Erinnerung daran, als wir zum ersten Mal hier waren. Beim zweiten Mal immer noch Musik. Wie kann das sein? Ein Radio braucht Strom. Geht die Stromversorgung noch? Muss so sein, aber es ist niemand hier, die alten Autos sind seit Jahren nicht bewegt worden. Man hört sie, die Musik, auch auf der anderen Seite des Gebäudes. Ganz leise. Radio? Warum dann keine „Commercials“ oder Nachrichten? Wir können es nicht ergründen. Da stehen Briefkästen vor dem Haus. Wir schauen hinein – es liegt Post drin. Zeitungen, Briefe mit Datum von diesem Monat, adressiert an den Besitzer des Motels, namentlich. Also lebt doch noch jemand hier? Zumindest muss die Post abgeholt werden. Ein bisschen „spooky“ ist das schon.

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Nach so vielen Geschichten sollte man sich erst mal stärken. Del‘s Restaurant ist eine Möglichkeit, die große Kuh auf dem Dach ist nicht zu übersehen. Oder das Kix 66, wo wir bestens gefrühstückt haben. Man kann auch chinesisch, gleich nebenan. Oder mexikanisch im La Cita mit dem großen Sombrero. Rubee‘s Diner steht leer, aber lohnt ein Foto oder zwei. Vom „Home of Quality Food“ sind nur noch ein paar Trümmer und eine Menge Bauschutt übrig geblieben – und das demolierte Schild natürlich. Das Ranch House Cafe existiert ebenfalls nicht mehr, aber sein Schild ist noch da und zusammen mit dem alten, eigentlich schrottreifen Pick-up daneben, ein oft fotografiertes Tucumcari-Motiv.

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Sehenswert, vor allem bei Nacht, ist das Neon The Wash Lady an Lu‘s Waschsalon. Der Outlaw Tattoo Shop, die Trails West Lounge, die Pow Wow Lounge und der Kiva RV Park mit ihren Schildern.

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Was noch? Einige restaurierte Tankstellen gibt es auch hier, allesamt aber aus neuerer Zeit. Texaco, Esso, Whiting Brothers, Magnolia alles da. Und den Six Shooter Siding Saloon, in memoriam der alten Wild West Zeiten, gibt‘s natürlich auch.

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Haarschnitt gefällig? Warum nicht im Get your cuts „Hairitage“ Barber Shop?

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Reichlich Murals hat die Stadt auch noch zu bieten, zwei sehr lange zum Beispiel oder das Land of Enchantment an der Wand des Safari Motels.

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Die Route 66 Skulptur vor dem Convention Center stammt aus dem Jahr 1997. Kann man mögen oder auch nicht, aber sie soll Tucumcaris Verbundenheit mit der Mother Road darstellen. Hinter dem Convention Center lohnt ein Besuch des New Mexico Route 66 Museums mit einer schönen Fotoausstellung und natürlich Auto-Klassikern vom Ford A bis zum Plymouth Fury. Ein Dinosaurier-Museum gibt‘s auch noch.

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Wer immer noch nicht genug hat, kann am Ortsausgang noch den Tucumcari Trading Post besuchen, sehr pittoresk mit all seinen Memorabilia, Schildern, dem alten Abschleppwagen und tausend anderen mehr oder weniger interessanten Route 66 „Remains“.

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Halt! Was wir noch erwähnen müssen: Das Rockabilly on the Road Festival! Rockabilly

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Es findet jedes Jahr im Juni statt. Wer das Glück hat, dort zu sein, sollte sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Es findet jedes Jahr statt. Und dann ist richtig was los in Tucumcari! Unterkunft unbedingt voraus buchen.

Und wer jetzt noch ohne anzuhalten durch Tucumcari fährt, ist selber schuld.

 

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